TMS-Fakten lernen: Warum dein Gedächtnis besser ist, als du glaubst
- Rico Frei

- 13. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Stell dir vor, du sitzt im TMS, das Fakten lernen-Heft liegt vor dir, 15 Personen, hunderte Infos – und du weißt: Ich hab einen Plan. Kein Blackout, keine Panik, sondern klare Schritte.
Genau darum geht es hier: TMS Fakten lernen ist kein Talent-Test, sondern ein Systemtest. Mit den richtigen Techniken kannst du dir viel mehr merken, als du gerade glaubst.
In diesem Artikel bekommst du:
einen schnellen Überblick, wie der Untertest „Fakten lernen“ abläuft
die wichtigsten Gedächtnis-Prinzipien (Bilder, Geschichten, Räume)
konkrete Trainings-Schritte, mit denen du ab morgen üben kannst
TL;DR – das Wichtigste in 5 Bulletpoints
TMS Fakten lernen prüft vor allem: Hast du ein System – nicht, ob du ein „Naturtalent“ bist.
Du übersetzt trockene Daten in übertriebene Bilder und Minifilme, statt Listen auswendig zu pauken.
Nutze einfache Orte (z. B. deine Wohnung) als „Parkplätze“ für Personengruppen.
Starte mit mehr Zeit (10–12 Minuten) und steigere dann das Tempo Richtung Prüfungsniveau.
Trainiere lieber 4–5× pro Woche kurz als seltene Lern-Marathons – Fakten lernen ist ein Muskel.
Wenn du das lieber Schritt für Schritt erklärt bekommst statt zu lesen: Hier ist das Video zum Artikel.
➡️ YouTube-Video ansehen:
Wenn du jetzt vermeiden willst, Zeit in die falschen Dinge zu stecken:
Hol dir mein kostenloses PDF: „Die acht grössten Fehler in der TMS-Vorbereitung – und wie du sie vermeidest.“
Wie läuft der Untertest TMS Fakten lernen genau ab?
Im Untertest Fakten lernen bekommst du im Original-TMS eine Liste oder kleine Texte zu etwa 15 Personen (oft Patient:innen). Zu jeder Person gibt es mehrere Infos: Name, Alter, Beruf, Wohnort, Eigenschaften, Diagnosen oder Hobbys. Du hast nur rund sechs Minuten, um dir alles einzuprägen. Danach wird dir das Heft weggenommen.
Das Gemeine: Du machst erstmal andere Untertests. Erst circa eine Stunde später kommen die Fragen zu diesen Personen wieder – ohne Tabelle davor, nur in Multiple-Choice-Form. Dann heißt es zum Beispiel:
„Welche Aussage über Frau X ist richtig?“
„Wer war die Sportlehrerin mit Asthma?“
Das fühlt sich schnell an wie: „Mein Gehirn ist dafür nicht gemacht.“
Die Wahrheit: Der Test prüft, ob du unter Zeitdruck strukturierte Techniken anwenden kannst – nicht, ob du mit einem perfekten Gedächtnis geboren wurdest. Genau das ist der Kern-Belief-Shift: TMS = Systemtest, kein Talenttest.
Was du jetzt tun kannst:
Mach dir klar: Du wirst nicht „bewertet“, ob du ein Genie bist, sondern wie gut dein System zum Fakten lernen ist.
Entscheide dich bewusst: Ich trainiere Techniken – nicht mein Selbstwertgefühl.
Gedächtnis-Hacks: Bilder, Geschichten und Orte
Dein Gehirn liebt Bilder statt Bulletpoints. Peinliche Szenen aus der 7. Klasse kannst du oft lebendiger abrufen als die letzte Bio-Definition – weil sie voller Emotion, Geräusche und Bilder waren.
1. Trockene Infos in übertriebene Bilder übersetzen
Aus „Herr Fischer, 42, Zahnarzt, sehr geizig“ wird kein Merkzettel, sondern ein Minifilm:
Du stellst dir einen Mann mit riesigem Anglerhut am See vor. Statt Angel hat er einen Zahnarztbohrer in der Hand. Jedes Mal, wenn ein Fisch anbeißt, brüllt er ihn an, weil der „teure Köder“ verschwendet wird. Auf seinem Hut hängen 42 kleine Zahnpastatuben.
In dieser einen Szene steckt: Name (Fischer), Beruf, Charakterzug, Alter – ein Gedächtnisobjekt statt vier Einzelinfos.
2. Geschichten und Verknüpfungen
Statt: „Frau Sommer, 35, Bäckerin, Pollenallergie“ nur aufzulisten, drehst du einen Cartoon:
Frau Sommer rennt mit riesiger Sonnenbrille durch eine Bäckerei, niest Mehlwolken in die Luft, draußen fliegen Pollen, auf der Torte steht eine dicke „35“.
Je mehr du verknüpfst, desto weniger musst du einzeln lernen: Aus 5–7 Fakten wird ein Bild.
3. Orte als Gedächtnispfade (Light-Loci-Methode)
Viele angehende Mediziner:innen können sich Infos besser merken, wenn sie diese an Orte hängen: Flur, Küche, Wohnzimmer, Bad, Balkon.
Du teilst die 15 Personen in fünf 3er-Gruppen und „wohnst“ sie in den Räumen ein:
Im Flur: die drei ältesten Patient:innen
In der Küche: alles mit Essen (Ernährungsberaterin, Diabetiker …)
Im Wohnzimmer: die „Dramacrew“ mit krassen Diagnosen
Beim Abrufen gehst du im Kopf einfach diese Route ab. Du suchst nicht mehr chaotisch in deinem Gedächtnis, sondern folgst einem Weg. Jede Info hat ihren Parkplatz.
Merke: Dein Gedächtnis ist kein schwarzes Loch – es ist ein gut sortierbarer Schrank, wenn du ihm klare Fächer gibst.
Was du jetzt tun kannst:
Nimm 3–5 Personen aus einem TMS-Buch und baue zu jeder einen kurzen Comic.
Ordne diese Personen gedanklich in deine Wohnung ein und geh die Route danach im Kopf ab.
Quick Wins: So trainierst du TMS Fakten lernen Schritt für Schritt
Viele starten direkt mit Originalbedingungen: 6 Minuten Zeit, 15 Personen, maximaler Stress – und sind frustriert, wenn fast nichts hängen bleibt. Damit „beweist“ du dir nur selbst, dass du ein schlechtes Gedächtnis hast.
1. Erst Technik, dann Tempo
Starte bewusst entspannter, z. B. mit 10–12 Minuten für denselben Datensatz. In dieser Zeit übst du:
Bilder bauen
Geschichten verknüpfen
Personen auf Räume verteilen
Wenn das ein paar Mal gut klappt, verkürzt du schrittweise auf 8 und dann auf 6 Minuten. So wie im Sport: Niemand sprintet beim ersten Training direkt 100 %.
2. Comics statt Listen
Nimm dir testweise 3–4 Personen – aus einem Übungsbuch oder selbst ausgedacht – und zwing dich, für jede Person einen Comic zu bauen. Zum Beispiel:
Frau Berg, 29, Klettertrainerin, hat Höhenangst überwunden, wohnt in Hamburg:
Sie steht mit Superheldencape auf einem Kletterturm über dem Hamburger Hafen, überall Schiffe, sie schaut kurz panisch runter, atmet durch, klettert weiter nach oben, die „29“ klebt riesig auf ihrem Helm.
3. Kurz, aber häufig trainieren
Fakten lernen ist ein Trainingsmuskel. Effektiver als Lernmassaker am Wochenende ist:
4–5× pro Woche
je ein kleines Set (z. B. 6–10 Personen)
kurze Pause, dann Fragen beantworten oder selbst konstruieren
Tracke deinen Fortschritt in einem einfachen Notizbuch: Datum, Anzahl Personen, Score, was du verwechselt hast. So siehst du schwarz auf weiß, dass du besser wirst – und merkst: Es liegt nicht an Intelligenz, sondern an deinem Training.
„Die meisten scheitern nicht am IQ – sondern daran, dass sie ohne System üben.“ — Rico, MedSchoolAccess
Was du jetzt tun kannst:
Plane für die nächsten 7 Tage 4 kurze Faktenlern-Sessions à 20–30 Minuten ein.
Schreibe nach jeder Session 1 Sache auf, die du beim nächsten Mal an deinen Bildern verbessern willst.
Typische Fehler im Fakten lernen – und wie du sie in Punkte verwandelst
Ein großer Blocker sind zu brave Merkbilder. Viele trauen sich nicht, extreme, peinliche oder leicht ekelige Bilder zu verwenden, weil es „unseriös“ wirkt. Genau diese Übertreibung sorgt aber dafür, dass sie bleiben.
Wenn du bei einem Bild innerlich lachen musst oder denkst: „Was habe ich mir da gerade ausgedacht?!“, ist das meistens ein gutes Zeichen. Dein Gedächtnis liebt Drama, Lautstärke, Humor.
Ein anderer typischer Fehler: Du nimmst Fehler im Training persönlich. Wenn du Berufe, Zahlen oder Diagnosen verwechselst, bedeutet das nicht „Ich bin zu dumm“, sondern:
In deinem Bild hat eine Info gefehlt.
Zwei Bilder waren zu ähnlich (z. B. beide „irgendwas mit Büro“).
Statt dich abzuwerten, passt du beim nächsten Mal einfach das Bild an:
Der Controller schwimmt in einem Meer aus Excel-Tabellen, der Anwalt baut eine Burg aus Akten vor dem Gericht.
Typischer Fehler: „Ich verwechsel Infos = ich bin schlecht.“ → Besser: „Ich verwechsel Infos = mein Bild braucht mehr Kontrast.“
Was du jetzt tun kannst:
Such dir 3 Fehler aus deiner letzten Faktenlern-Session und gestalte dazu extrem unterschiedliche neue Bilder.
Notiere dir kurz, was du an diesen Bildern bewusst übertrieben hast (Farbe, Ekel, Humor).
Kurz zusammengefasst:
TMS Fakten lernen ist voll trainierbar – es geht um System, nicht um Superhirn.
Mit Bildern, Geschichten und Räumen machst du aus Tabellen starke Gedächtnisobjekte.
Fehler sind Feedback für deine Bilder, keine Bewertung deiner Eignung als zukünftige:r Mediziner:in.
Du musst nicht noch härter büffeln – du brauchst ein System, das typische TMS-Fallen von Anfang an umgeht. Genau dabei hilft dir der kostenlose Guide mit den 8 grössten Fehlern. Nimm ihn als Abkürzung für deine Vorbereitung.
Hol dir den kostenlosen Guide „Die acht grössten Fehler in der TMS-Vorbereitung – und wie du sie vermeidest.“
P.S.: Wenn du auch erfahren willst, wie du dich im Untertest Textverständnis verbessern kannst, dann musst du dir unbedingt meinen letzten Blogbeitrag dazu anschauen!



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